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„Stark im Sturm & sanft im Herzen“ (Band 5): das Mitmachbuch für Wut und starke Gefühle

Was steckt in Band 5 der Herzfunke-Reihe? Ein ehrlicher Blick ins Buch: die 8 Kapitel, eine Beispielübung, für wen es passt und wie ihr es als Eltern und Kind im Alltag nutzt.

Lidia Lins ⏱ 9 Min. Lesezeit
„Stark im Sturm & sanft im Herzen“ (Band 5): das Mitmachbuch für Wut und starke Gefühle

Es ist 17 Uhr. Dein Kind kommt erschöpft nach Hause – und dann reicht eine Kleinigkeit: die falsche Farbe des Bechers, ein Bruder der zu laut lacht, eine Hausaufgabe die nicht klappt. Und plötzlich ist alles außer Kontrolle. Du sagst „Beruhige dich!", und es wird schlimmer. Du versuchst zu erklären – und die Erklärung landet im Nichts.

Genau hier setzt Band 5 der Herzfunke-Reihe an: „Stark im Sturm & sanft im Herzen“. In dieser Buchvorstellung schauen wir ehrlich hinein: worum es geht, wie es aufgebaut ist, wie eine Übung konkret abläuft – und für welche Familien es sich lohnt.

Worum geht es in Band 5?

Die Grundhaltung des Buches lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Wut ist kein schlechtes Verhalten. Sie ist eine Botschaft. Der Teil des Gehirns, der für Impulskontrolle und emotionale Regulation zuständig ist – der präfrontale Cortex – entwickelt sich bis ins junge Erwachsenenalter. Das Gehirn deines Kindes ist buchstäblich noch nicht fertig, um starke Gefühle allein zu regulieren. Das ist keine Entschuldigung, das ist Neurologie.

Die gute Nachricht dahinter: Emotionale Regulation ist eine Fähigkeit, die sich gezielt trainieren lässt. Dein Kind lernt in diesem Band unter anderem, Wut als Botschaft zu verstehen statt sie zu bekämpfen, den Impuls zu stoppen bevor Worte oder Handlungen eskalieren, starke Gefühle zu benennen, Wut in Worte statt in Taten zu fassen, die eigenen Wut-Muster früh zu erkennen – und sich nach einem Ausbruch selbst wieder zu verzeihen.

Für wen ist das Buch – und für wen nicht?

Es ist gedacht für Kinder von 6 bis 10 Jahren, deren Gefühle oft größer sind als sie selbst. Wichtig zu wissen: Es ist kein Buch zum Alleinlesen. Es ist ein Vorlese- und Mitmachbuch: Du liest die kurze Geschichte vor, und danach setzt ihr die Übung gemeinsam um. Bei diesem Thema ist das besonders zentral – ein Kind lernt Gefühlsregulation vor allem an einem ruhigen Gegenüber.

Weniger passend ist es als Sofortlösung für den Wutanfall, der gerade läuft. Mitten im Sturm liest niemand ein Buch. Die Übungen wirken davor und danach. Und es ersetzt keine Therapie: Wenn die Ausbrüche sehr heftig sind, sich gegen andere richten oder eure Familie dauerhaft belasten, gehört das ärztlich abgeklärt – das Buch kann diesen Weg begleiten.

Was steckt drin – die 8 Kapitel

Das Buch ist in acht Kapitel gegliedert, jedes mit einer eigenen kleinen Geschichte und passenden Übungen:

  1. Was Wut eigentlich ist – warum Wut kein schlechtes Gefühl ist, sondern ein wichtiges Signal.
  2. Wut im Körper erkennen – wie Kinder die Frühwarnsignale ihrer Wut entdecken.
  3. Den Vulkan beruhigen – Erste-Hilfe-Strategien, wenn die Wut hochkocht.
  4. Wut-Worte statt Wut-Taten – wie Kinder lernen, ihre Wut in Worte zu fassen.
  5. Impulse bremsen lernen – die Pause zwischen Fühlen und Handeln.
  6. Wut kreativ rauslassen – wie Kinder ihrer Wut Raum geben, ohne jemanden zu verletzen.
  7. Nach dem Sturm – wie Kinder nach einem Wutausbruch wieder zu sich finden.
  8. Starke Gefühle als Superkraft – wie gefühlsstarke Kinder ihre Intensität als Stärke entdecken.

In Zahlen: 8 Kapitel, 8 Geschichten, 80 Übungen auf rund 135 Seiten. Die Übungen sind bewusst kurz gehalten, damit sie in einen echten Familienalltag passen.

So läuft eine Übung ab – Beispiel „Die Vulkan-Übung“

Die bekannteste Übung des Buches dauert 5 bis 8 Minuten, ihr braucht Papier und Stifte, und sie eignet sich besonders für die Zeit nach einem Wutanfall – oder als ruhige Vorbereitung auf den nächsten. Ziel: Wut als Botschaft verstehen und sicher ausdrücken.

  • Ihr zeichnet gemeinsam einen Vulkan auf ein Blatt Papier. Ins Innere schreibt ihr: Was hat die Wut ausgelöst?
  • Oben am Krater: Wie hat sich die Wut im Körper angefühlt? Heiß im Gesicht? Hände zu Fäusten? Herz schnell?
  • Rund um den Vulkan: Was könnte beim nächsten Mal helfen, bevor er ausbricht?
  • Ihr sammelt Ideen – tief atmen, aus dem Zimmer gehen, auf ein Kissen hauen, reden.
  • Zum Schluss hängt ihr den Vulkan auf, als Erinnerung für den nächsten heißen Moment.

Der eigentliche Wert liegt im mittleren Schritt: die Körpersignale. Kinder erleben Wut meist als etwas, das ohne Vorwarnung über sie hereinbricht. Sobald sie merken, dass vorher immer das Gesicht heiß wird oder die Fäuste sich schließen, gibt es einen Moment, in dem sie noch handeln können. Genau dieser Moment ist das Ziel.

Wie ihr das Buch im Alltag nutzt

Die wichtigste Regel bei diesem Band: nicht im Sturm üben. Wenn dein Kind gerade tobt, braucht es Nähe und Ruhe, keine Übung. Die Arbeit passiert in den ruhigen Zeiten – am Abend, am Wochenende, ein paar Stunden nach dem Konflikt. Dort entsteht das gemeinsame Bild, auf das ihr im nächsten heißen Moment zurückgreifen könnt.

Und es geht ausdrücklich ohne Belohnungssticker und Punktesysteme. Ein Kind, das für ruhiges Verhalten belohnt wird, lernt vor allem, Gefühle zu verstecken. Hier geht es um das Gegenteil: Gefühle dürfen groß sein – dein Kind bekommt nur bessere Wege, sie zu zeigen.

Band 5 im Überblick

Stark im Sturm & sanft im Herzen – Band 5 der Herzfunke-Reihe

📚 Stark im Sturm & sanft im Herzen (Band 5)

Wut & starke Gefühle für Grundschüler · 6–10 Jahre · 8 Kapitel · 80 Übungen · ca. 135 Seiten · 16,95 €

Vorlese- und Mitmachbuch: Eltern lesen vor, Eltern und Kind üben gemeinsam. Aus dem unabhängigen Herzfunke Verlag.

Alle Details zu Band 5 →

Fazit

„Stark im Sturm & sanft im Herzen“ verspricht kein Kind, das nicht mehr wütend wird – und das wäre auch kein erstrebenswertes Ziel. Es verspricht ein Kind, das seine Wut kommen sieht und weiß, was es damit tun kann. Wenn starke Gefühle bei euch den Alltag bestimmen, ist Band 5 der direkteste Einstieg in die Reihe. Für die breitere Grundlage – Gefühle erkennen, innehalten, zur Ruhe kommen – passt Band 1 sehr gut dazu.

Häufig gestellte Fragen

Was ist „Stark im Sturm & sanft im Herzen“ genau?
Es ist Band 5 der Herzfunke-Reihe – ein Vorlese- und Mitmachbuch zu Wut und starken Gefühlen für Kinder von 6 bis 10 Jahren. Auf rund 135 Seiten verteilen sich 8 Kapitel mit je einer kleinen Geschichte und insgesamt 80 Übungen, die Eltern und Kind gemeinsam umsetzen.
Muss ich als Elternteil mitmachen?
Ja, so ist es gedacht. Du liest die kurze Geschichte vor, danach setzt ihr die Übung gemeinsam um. Gerade bei starken Gefühlen ist deine ruhige Präsenz der wirksamste Teil der Übung.
Hilft das Buch auch bei anderen starken Gefühlen wie Angst oder Traurigkeit?
Ja. Das Buch behandelt nicht nur Wut, sondern das gesamte Spektrum starker Gefühle: Frustration, Traurigkeit, Angst, Eifersucht. Die Werkzeuge sind universell für alle intensiven Emotionen.
Was unterscheidet das Buch von anderen Kinderbüchern zum Thema Wut?
Drei Dinge: Es ist ein echtes Mitmachbuch, ihr macht die Übungen gemeinsam. Es erklärt die Neurologie hinter Wut kindgerecht. Und die Übungen sind in 5 bis 10 Minuten umsetzbar – gemacht für einen stressigen Familienalltag.
Ist das Buch auch für Kinder mit ADHS geeignet?
Ja, die Übungen eignen sich gut für Kinder mit erhöhtem Aktivierungsniveau. Besonders die Atem- und Bewegungsübungen wurden mit Blick auf kurze Aufmerksamkeitsspannen gestaltet. Das Buch ersetzt keine Therapie, kann aber eine wertvolle Ergänzung sein.

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