„Stark im Mut & groß im Denken“ (Band 3): das Resilienz-Mitmachbuch im Detail
Was steckt in Band 3 der Herzfunke-Reihe? Ein ehrlicher Blick ins Buch: die 8 Kapitel, eine Beispielübung, für wen es passt und wie ihr es als Eltern und Kind im Alltag nutzt.
Beim ersten Fehler bricht alles zusammen. Der Stift fliegt, das Heft klappt zu, und der Satz kommt fast immer gleich: „Ich kann das sowieso nicht." Aufgeben fühlt sich für dein Kind in diesem Moment einfacher an als weitermachen – und du stehst daneben und weißt, dass gut gemeintes „Du schaffst das doch!" gerade nichts bringt.
Genau hier setzt Band 3 der Herzfunke-Reihe an: „Stark im Mut & groß im Denken“. In dieser Buchvorstellung schauen wir ehrlich hinein: worum es geht, wie es aufgebaut ist, wie eine Übung konkret abläuft – und für welche Familien es sich lohnt.
Worum geht es in Band 3?
Resilienz ist keine Persönlichkeitseigenschaft, die ein Kind mitbringt oder eben nicht. Sie ist eine Fähigkeit, und sie lässt sich trainieren. Die Kernbotschaft des Buches ist dabei einfach und für Kinder erstaunlich entlastend: Rückschläge sind kein Beweis für Versagen. Sie sind Übung.
Dein Kind lernt in diesem Band unter anderem, nach einem Misserfolg wieder aufzustehen, Fehler als Lernchance statt als Niederlage zu sehen, Mut für Neues zu entwickeln, Ziele zu setzen und dranzubleiben, Probleme kreativ zu lösen statt aufzugeben – und den Unterschied zu spüren zwischen „Ich kann das nicht" und „Ich kann das noch nicht".
Für wen ist das Buch – und für wen nicht?
Es ist gedacht für Kinder von 6 bis 10 Jahren – besonders für die, die bei Hausaufgaben, im Sport oder bei Gesellschaftsspielen schnell den Mut verlieren. Wichtig zu wissen: Es ist kein Buch zum Alleinlesen. Es ist ein Vorlese- und Mitmachbuch: Du liest die kurze Geschichte vor, und danach setzt ihr die Übung gemeinsam um.
Weniger passend ist es, wenn du ein reines Elternsachbuch über Erziehung suchst. Und es ersetzt keine Therapie: Wenn dein Kind dauerhaft an sich zweifelt, sich zurückzieht oder stark leidet, ist der Weg zur Kinderärztin oder zu einer Beratungsstelle der richtige – das Buch kann diesen Weg begleiten, aber nicht ersetzen.
Was steckt drin – die 8 Kapitel
Das Buch ist in acht Kapitel gegliedert, jedes mit einer eigenen kleinen Geschichte und passenden Übungen:
- Fehler sind Lernchancen – warum Fehler keine Feinde sind, sondern die besten Lehrer.
- Durchhalten wenn es schwer wird – wie Kinder lernen, nicht beim ersten Hindernis aufzugeben.
- Veränderungen meistern – warum Veränderung kein Feind ist und wie Kinder ihr mit Zuversicht begegnen.
- Aus Rückschlägen aufstehen – wie Kinder lernen, nach einem Sturz weiterzugehen.
- Wachstumsdenken entwickeln – der Unterschied zwischen „Ich kann das nicht" und „Ich kann das noch nicht".
- Eigene Stärken entdecken – wie Kinder herausfinden, was in ihnen steckt, auch wenn es niemand sieht.
- Probleme kreativ lösen – warum es immer einen Weg gibt, man muss ihn nur finden.
- Zuversicht & innere Stärke – wie Kinder den Glauben an sich selbst finden, auch in stürmischen Zeiten.
In Zahlen: 8 Kapitel, 8 Geschichten, 80 Übungen auf rund 135 Seiten. Die Übungen sind bewusst kurz gehalten, damit sie in einen echten Familienalltag passen.
So läuft eine Übung ab – Beispiel „Die Noch-nicht-Formel“
Wie das Buch arbeitet, zeigt die Übung „Die Noch nicht-Formel". Sie dauert 5 bis 10 Minuten, ihr braucht nur ein Blatt Papier und einen Stift, und sie passt genau in den Moment, in dem dein Kind frustriert ist, weil etwas nicht klappt:
- Wenn dein Kind sagt „Ich kann das nicht!", fragst du freundlich zurück: „Du kannst das noch nicht – oder?"
- Ihr setzt euch zusammen hin und malt eine Zeitlinie auf das Blatt.
- Ganz links steht: „Ich konnte das noch gar nicht." Ganz rechts: „Ich kann das gut."
- Du fragst: „Wo bist du gerade auf der Linie?" – und dein Kind macht ein Kreuz. Egal wo.
- Dann kommt die entscheidende Frage: „Was wäre der nächste kleine Schritt nach rechts?"
- Diesen Schritt schreibt ihr unter die Linie. Nicht das Endziel – nur den nächsten kleinen Schritt.
Der Clou ist das kleine Wort „noch". Es verwandelt ein endgültiges Urteil über die eigene Person in eine Momentaufnahme auf einem Weg. Und es gibt euch beiden im nächsten Frustmoment einen Satz, auf den ihr zurückgreifen könnt.
Wie ihr das Buch im Alltag nutzt
Resilienzübungen wirken am besten, wenn sie nicht mitten im größten Frust stattfinden. Im heißen Moment braucht dein Kind erst einmal Nähe und Ruhe. Die Übungen entfalten ihre Wirkung danach – am Abend, am nächsten Tag, in einem ruhigen Moment am Wochenende.
Und: Es geht ausdrücklich ohne Belohnungssticker und Punktesysteme. Wer Durchhalten belohnt, macht es zur Leistung. Hier geht es darum, dass dein Kind irgendwann von selbst merkt: Das erste Mal war schwer, das fünfte Mal ging schon besser. Diese Erfahrung ist die eigentliche Belohnung.
Band 3 im Überblick
📚 Stark im Mut & groß im Denken (Band 3)
Resilienz & Wachstumsdenken für Grundschüler · 6–10 Jahre · 8 Kapitel · 80 Übungen · ca. 135 Seiten · 16,95 €
Vorlese- und Mitmachbuch: Eltern lesen vor, Eltern und Kind üben gemeinsam. Aus dem unabhängigen Herzfunke Verlag.
Alle Details zu Band 3 →Fazit
„Stark im Mut & groß im Denken“ nimmt deinem Kind die Enttäuschungen nicht ab. Es sorgt aber dafür, dass eine Enttäuschung nicht mehr das Ende der Geschichte ist. Wenn du das Gefühl hast, dass dein Kind sich zu schnell selbst aufgibt, ist Band 3 der passende Einstieg in die Reihe. Geht es eher um Wut und Gefühlsstürme, passt Band 5 besser – bei Hausaufgaben-Kämpfen Band 4.
Häufig gestellte Fragen
- Was ist „Stark im Mut & groß im Denken“ genau?
- Es ist Band 3 der Herzfunke-Reihe – ein Vorlese- und Mitmachbuch zu Resilienz und Wachstumsdenken für Kinder von 6 bis 10 Jahren. Auf rund 135 Seiten verteilen sich 8 Kapitel mit je einer kleinen Geschichte und insgesamt 80 Übungen, die Eltern und Kind gemeinsam umsetzen. Es ist kein Buch, das das Kind allein liest, sondern eines, das ihr zusammen macht.
- Was genau ist Resilienz?
- Resilienz ist die Fähigkeit, nach Rückschlägen, Misserfolgen oder schwierigen Situationen wieder aufzustehen. Resiliente Kinder sind nicht unempfindlich – sie fühlen Enttäuschung genauso. Aber sie haben Strategien, um sich zu erholen und weiterzumachen.
- Was bedeutet Wachstumsdenken?
- Wachstumsdenken bedeutet: Fähigkeiten sind nicht angeboren und unveränderlich, sondern durch Übung entwickelbar. Ein Kind mit Wachstumsdenken sagt nicht „Ich bin schlecht in Mathe", sondern „Ich bin noch nicht gut in Mathe – aber ich kann es lernen."
- Muss ich als Elternteil mitmachen?
- Ja, so ist es gedacht. Du liest die kurze Geschichte vor, danach setzt ihr die Übung gemeinsam um. Gerade bei Frust und Misserfolg ist deine ruhige Begleitung der entscheidende Teil des Ganzen.
- Wie früh kann man Resilienz fördern?
- Je früher, desto besser – aber es ist nie zu spät. Kinder von 6 bis 10 Jahren sind in einer besonders aufnahmefähigen Phase. Die Übungen in diesem Buch bauen gezielt auf dem Entwicklungsstand von Grundschulkindern auf.
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